Lucky

Lucky ist ein junger Sheltie-Rüde der anfangs Jahr seinen ersten Geburtstag feiern durfte. Ein Junghund mit Flausen im Kopf, wie es sich gehört für sein Alter.

Als wir uns kennen lernten, war Lucky hingegen sehr ruhig und mochte sich nicht bewegen. Er litt an einer beidseitigen Hüftgelenksdysplasie (HD).  Seine Gelenkpfanne war zu schwach ausgebildet und die Oberschenkelköpfe waren subluxiert. Normalerweise passen Gelenkkopf und -pfanne genau zusammen. Bei ihm war dies nicht der Fall. Um seine Hüft zu entlasten, benutzte er immer mehr und fast hauptsächlich seine Vorderbeine. Dadurch sind Fehlhaltungen in den Hinterbeinen und im Rücken entstanden. Alles in allem leider keine guten Bedingungen für einen Junghund.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie einem Hund wie Lucky geholfen werden kann:

- Beidseitige totale Hüftgelenkprotesen

- Oberschenkelkopf- und Oberschenkelhalsresektion

- TPO - Tripel Pelvic Osteotomie: Eine Operation, bei der die Beckenknochen zersägt und neu besser wieder zusammen gesetzt werden

- Juvenile pubic symphysiodese: Debei wird die Wachstumsfuge der Beckensymphyse frühzeitig verschlossen (nur bis zur 20. Lebenswoche möglich)

- Konservativ, das heisst ohne Operation, mit Physiotherapie, Bewegungsmanagement und Muskelaufbau

 

Die Besitzer von Lucky entschieden sich für die Oberschenkelkopf- und Oberschenkelhalsresektion. Dabei wird der Oberschenkelkopf mitsamt dem Hals entfernt. Der Körper ersetzt nach der Operation das fehlende Gelenk selbständig durch Bindegewebe. Vor allem kleinere Hunde oder Katzen kommen damit sehr gut zurecht. Nach der Rehabilitation sind kaum mehr Unterschiede zwischen dem operierten und dem gesunden Gelenk auszumachen.

Bei Lucky wurde zuerst die schlechtere Seite operiert. Im Gegensatz zu anderen Operationen darf, respektive soll der Hund das Bein möglichst schnell wieder benutzen. Leinenzwang ist trotzdem angesagt, denn das neue 'Pseudogelenk' ist noch sehr zart.

Da Lucky schon vor der Operation das erste Mal zu mir kam, konnten wir ihn bereits ans Unterwasserlaufband gewöhnen. So konnte es nach dem Ziehen der Operationsfäden gleich mit dem aktiven Training los gehen.Lucky kam anfangs mind wöchentlich, später in grösseren Abschnitten zur Physio. Manchmal begleitete ihn die halbe oder ganze Familie zur Therapie. Nebst den Training auf dem Unterwasserlaufband, behandelte ich seine verspannten Muskeln des Rückens und der Vordergliedmassen und löste Blockaden.

Gleichzeitig mit seinem körperlichen Zustand besserte sich auch seine Phsyche. Lucky wurde neugieriger und interessiert. Endlich begann er auch meine Praxis zu erkunden! Die Besitzer berichteten bereits drei Wochen nach der Operation, dass er schon besser läuft als vor der Operation.

Doch dann stand noch die Operation auf der zweiten Seite an. Aber auch davon erholte er sich schnell.

Es gab immer mal wieder besser und schlechtere Tag, aber in der Tendenz ging es deutlich nach oben! Es war schön zu hören, dass es ihm allgemein immer besser ging. Er entdeckte zum Beispiel das Spielen mit den Kindern, was natürlich vor allem auch letztere sehr freut. Sogar das Galoppieren hat er entdeckt. Ziemlich spät, aber besser spät als nie!

Nun kann Lucky nachholen, was ihm in den ersten Lebensmonaten auf Grund seiner Beeinträchtigung und Schmerzen versagt war!

Die Therapie haben wir unterdessen abgeschlossen. Nun trainiert Lucky seine Muskulatur im Alltag. Es geht ihm heute den Umständen entsprechend sehr gut und er ist endlich ein 'richtiger' Hund geworden! Er springt herum und kann auch kleine Hürden überwinden. Auch wenn nun stündige Spaziergänge möglich sind, merkt man ihm trotzdem an, dass seine Hüften nicht so sind, wie sie sein sollten. Aber damit scheint er leben zu können.

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Regula Vonwiller

dipl. Hundephysiotherapeutin

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